Freitag, 1. Juli 2016

Die Sache mit den Fotos, ....

...die dann ohnehin im Schuhkarton landen.

„Bildnisse dürfen nur mit Einwilligung des Abgebildeten (§22) verbreitet oder öffentlich zur Schau gestellt werden. Die Einwilligung gilt im Zweifel als erteilt, wenn der Abgebildete dafür, dass er sich abbilden ließ, eine Entlohnung erhielt. Nach dem Tode des Abgebildeten bedarf es bis zum Ablaufe von zehn Jahren der Einwilligung der Angehörigen des Abgebildeten. Angehörige im Sinne dieses Gesetzes sind der überlebende Ehegatte oder Lebenspartner und die Kinder des Abgebildeten und, wenn weder ein Ehegatte oder Lebenspartner noch Kinder vorhanden sind, die Eltern des Abgebildeten.“

Aber es gibt Ausnahmen. Der § 23 KunstUrhG zählt sie auf:

(1) Ohne die nach § 22 erforderliche Einwilligung dürfen verbreitet und zur Schau gestellt werden:


  • Bildnisse aus dem Bereiche der Zeitgeschichte;
  • Bilder, auf denen die Personen nur als Beiwerk neben einer Landschaft oder sonstigen Örtlichkeit erscheinen;
  • Bilder von Versammlungen, Aufzügen und ähnlichen Vorgängen, an denen die dargestellten Personen teilgenommen haben;
  • Bildnisse, die nicht auf Bestellung angefertigt sind, sofern die Verbreitung oder Schaustellung einem höheren Interesse der Kunst dient.

(2) Die Befugnis erstreckt sich jedoch nicht auf eine Verbreitung und Schaustellung, durch die ein berechtigtes Interesse des Abgebildeten oder, falls dieser verstorben ist, seiner Angehörigen verletzt wird.

Für die Praxis einer privaten oder öffentlichen Webseite heisst das:

Bilder von Veranstaltungen, auf denen Personen nur Beiwerk sind und gezeigt werden soll, was überhaupt passiert, dürfen veröffentlicht werden, - auch wenn Besucher der Veranstaltung unangemeldet durchs Bild laufen, - solange es keine Portraitfotos sind. Aber Achtung bei Objekten, die man aus welchen Gründen auch immer, für Kunst halten könnte. Bekanntlich gehen da die Geschmäcker und die Gewinnsucht weit auseinander.

Die alte Fotografen-Weisheit, nach der 3 Menschen auf einem Bild eine Meuterei und damit eine öffentliche Veranstaltung darstellen, sollte man mit Vorsicht geniessen. Anders ist es, wenn unter den Dreien ein Politiker ist. Dann sind die anderen ohnehin nur Beiwerk, und die wissen das auch.

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